Herr StD i.H. Andreas Möller (HBK Saar), Tel. 0681/92652-154, a.moeller@hbksaar.de /
Herr Prof. Dr. Georg Wydra (UdS), Tel. 0681/302-4909, g.wydra@mx.uni-saarland.de
Kurzbeschreibung Ästhetische Dimensionen des Lernens in der Primarstufe:
Fächerverbindend werden einzelne Bereiche aus den Fächern Bildende Kunst, Musik und Sport in einem Theaterstück / einer Performance zusammengeführt, sodass Studierende in ihrem späteren Berufsleben auf einzelne Elemente im eigenen Unterricht zurückgreifen können, oder diese zu einem Ganzen beispielsweise in einem Theaterprojekt oder in einer Projektwoche in Zusammenarbeit mit KollegenInnen sowie TheaterpädagogenInnen verbinden können.
Die Vorbereitungsphase (von der Konzeption bis zu den Proben) findet am Sportwissenschaftlichen Institut statt, Generalprobe und Aufführung in einer Grundschule in Saarbrücken.
Mit Partnergrundschulklassen (max. 2) besteht von Anfang an Kontakt über die Dozentinnen und die Lehrkräfte.
Die Studierenden erhalten Informationen über die Klassenstrukturen und über die SchülerInnen und berücksichtigen diese in der Konzeption ihrer Aufführung.
Die SchülerInnen bekommen von den Studierenden vorbereitende Aufträge (z.B. ein Lied zum Einstudieren), an denen sie in den Kunst-, Musik- und/oder Sportstunden zusammen mit ihren LehrerInnen parallel zur Seminarzeit arbeiten.
Die benötigten Materialien werden im Lauf der Vorbereitungen gesammelt und je nach Aufführungsform von den Studierenden bearbeitet.
Lernziele - Kompetenzen:
Die Studierenden
- kennen die Bedeutung ästhetischer Dimensionen des Lernens für die kindliche Entwicklung
- kennen fächerverbindende Formen der Inszenierung ästhetischer Lernumgebungen in der Primarstufe
- kennen Grundlagen ästhetischer Wahrnehmung und Erfahrung
- kennen Bedeutung von Sinnlichkeit und Körperlichkeit in der Welt-und Selbstaneignung von Grundschulkindern
- kennen Entwicklungsbedingtheit ästhetischer Darstellungsformen von Grundschulkindern
In der Praxis lernen sie
- ein Drehbuch für ein Theaterstück/Performance zu entwickeln
- ein Bühnenbild, Kostüme und farbige Projektionen mit einfachen Mitteln und kreativem Spielraum zu gestalten
- sich selbst darzustellen und in Szene zu setzen, um im Berufsleben Kinder anleiten zu können
- grundlegende musikpraktische Erfahrungen und Fähigkeiten im Umgang mit der eigenen Stimme zu erwerben
- die Erprobung eigener Arrangements, die Kindern dieser Altersstufe Raum zur eigenen Darstellung in den Bereichen Musik, Bewegung, Kunst eröffnet
- kooperativ zu agieren und zur Teamarbeit in ästhetischen Kontexten fähig zu werden
Kurzbeschreibung Die Schatzkiste und der Fliegende Teppich - eine prozessorientierte Lernwerkstatt für Ästhetische Bildung:
Beteiligte: Studierende, GrundschullehrerInnen, eine oder zwei Schulklassen einer Klassenstufe (1. bis 4.), externe Fachkräfte aus dem Kulturbereich, Dozentin
Ort: Musikhochschule und eine Grundschule in Saarbrücken (Turnhalle, Aula, Kunstraum)
Zeitraum: 1 Semester
Lernziele:
Die Studierenden lernen durch Fokussierung auf die eigenen ästhetischen Kompetenzen, die entsprechenden Ressourcen von SchülerInnen wahrzunehmen, einzuschätzen und als Ansatzpunkt für deren individualisierte Förderung zu verstehen.
In einem gemeinsamen gestalterischen Prozess wird von Studierenden und SchülerInnen auf dieser Grundlage eine Aufführung erarbeitet, die konzeptionsbedingt Heterogenität als wesentliche Konstituente wertschätzend sichtbar werden lässt.
Die Studierenden lernen dabei systemische Strukturen und Prozesse zu reflektieren und diese für die Unterrichtsplanung zu nutzen.
Für die teilnehmenden Grundschulklassen und deren Lehrerinnen und Lehrer bietet die Lernwerkstatt eine Gelegenheit, innerhalb des gewohnten schulischen Kontexts fächerverbindenden performativen Unterricht zu erproben und aktiv mit zu gestalten.
Verlauf:
1. Phase. Die Vorbereitung (Studierende, in der Hochschule). Heterogene Ressourcen der Studierenden bündeln.
Die Studierenden werden mit pädagogisch relevanten Grundprinzipien der Systemtheorie anhand ausgewählter Literatur vertraut gemacht.
Eine (Schatz-)Kiste mit von den Studierenden ausgesuchten Materialien, die potenziell geeignet sind, kreative Gestaltungsprozesse und individuelle Ausdrucksformen anzuregen, wird zusammengestellt. Das Setting wird besprochen, Rollenaufteilung und eigene Aufgaben werden geklärt.
2. Phase: Die Improvisation (Plenum, in der Schule). Autopoietische Prozesse wahrnehmen und beobachten.
Studierende, SchülerInnen, LehrerInnen improvisieren mit den mitgebrachten Materialien bis sich Untergruppen bilden. Ein Reflecting-Team beobachtet und gibt periodisch Rückmeldung. Die Studierenden führen Tagebuch.
3. Phase: Die Fokussierung (Plenum, in der Schule - Studierende, in der Hochschule). Schülerkompetenzen zielgerichtet bündeln und stärken. Vorbereitung einer Aufführung.
Jede Gruppe vertieft und festigt ihre Arbeit. Im Plenum entscheidet man sich für eine Präsentationsform die als gemeinsames Projektziel definiert wird.
Diese Phase endet mit der Aufführung vor Publikum.
4. Phase: Reflexion und Evaluation (Studierende, in der Hochschule).
Es wird reflektiert und evaluiert, inwieweit die Kenntnis von Systemprozessen und darauf basierende Interventionen in Verbindung mit den spezifischen Dimensionen Ästhetischer Bildung förderlich für den angestrebten Kompetenzzuwachs im Umgang mit Heterogenität sind.
Kurzbeschreibung „La bottega di Leonardo. Die Klugheit der Praxis“:
Die Malerwerkstätten der Renaissance waren besondere Lernorte. Das Lernen der Malerei war eng verwoben mit humanistischen Studien zu Philosophie, Theologie, Literatur, Naturwissenschaften und Mathematik. Zeichnend, malend und im gelehrten Gespräch wurden etwa die räumliche Wahrnehmung oder die Bewegung des Körpers und der Seele eindringlich erforscht. Leonardos Projekt zur schriftlichen Systematisierung seiner Kunstlehre blieb zwar unvollendet und offen. Die zahllosen Fragmente dokumentieren aber seine lebenslange praktische und konzeptionelle Arbeit an der "scienza della pittura" (Malerei als Wissenschaft). Auch heute noch sind diese Texte in ihrer künstlerischen Haltung, ihren kunsttheoretischen und kunstdidaktischen Systemansätzen sowie in zahllosen Details für Kunst und Kunstpädagogik aktuell und lebendig. Die Lernwerkstatt erschließt einen Zugang zu diesem Fundus auf der Suche nach dessen didaktischem Potential für den Kunstunterricht heute.